Jes-Frühstück

Das JES-Frühstück ist ein offenes Angebot der Aidshilfe Duisburg/ Kreis Wesel e.V. und JES-Duisburg. Es findet an jedem 3.Freitag im Monat von 10-13 Uhr statt und richtet sich an Drogengebraucher_innen, Substituierte, ehemalige Konsument_innen, Interessierte und Freund_innen. Das Angebot ist kostenlos. Bei gemeinsamen leckerem Essen und Kaffee gibt es die Möglichkeit zum Austausch untereinander. Häufig ist es für Selbsthilfegruppen aus diesem Bereich nicht einfach, Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu finden. Die Aids-Hilfe Duisburg/ Kreis Wesel e.V. möchte diese Treffen unterstützen und ermöglichen und arbeitet deshalb eng mit JES-Duisburg zusammen.


Was ist JES:
JES (Junkies, Ehemalige und Substituierte) ist ein bundesweites Netzwerk von Gruppen, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen die sich für die Interessen und Bedürfnisse Drogen gebrauchender Menschen engagieren.

J Steht für „Junkies“ und damit als Symbol für eine auch durch die Prohibition erzeugte Lebenssituation, die geprägt ist durch Szeneleben, Illegalität, somit häufig durch Kriminalität, Armut, Obdachlosigkeit, Verlustängste, Prostitution, Gesundheitsgefährdung, aber oft auch durch Genuss, Zusammengehörigkeit und Abenteuer.
E Steht für „Ehemalige_r“. Dies meint sowohl ein abstinentes Leben als auch die erfolgreiche Integration von Drogen in das Leben
S Steht für „Substituierte_r“. Dieses Leben beinhaltet sowohl Möglichkeiten zur Reintegration und Rehabilitation, gesundheitliche Stabilisierung, Befreiung von Drogenproblemen, aber auch fremdbestimmte Kontrolle, Bevormundung und Perspektivlosigkeit hinsichtlich selbstbestimmter Integration in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Der Name soll deutlich machen, dass der Konsum von Drogen nicht grundsätzlich negativ ist, dass das Leben in den Drogenszenen nicht nur schwierige, zerstörerische Seiten hat und dass eine Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen nicht immer zu einer Behinderung werden muss. JES wendet sich deshalb auch gegen ein Schwarz-Weiß-Denken, das nur "Abstinenz oder Elend" kennt.
"Für ein menschenwürdiges Leben mit Drogen", das Leitbild von JES, meint u.a. gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen auch mit Drogen menschenwürdig leben können: ohne die Bedrohung durch Strafverfolgung, ohne Ausgrenzung und permanente Benachteiligung.
JES möchte damit Drogenkonsument_innen unterstützen, indem auf entsprechende Rahmenbedingungen hingewirkt wird, Wissen vermittelt und dazu ermutigt wird, Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln, um fremd- und selbstzerstörerischen Drogengebrauch zu vermeiden (Safer Use). Die Arbeit ist in diesem Sinne immer auch Arbeit an der Entwicklung, Stabilisierung und Weitergabe einer Drogenkultur, die sich an einem Gebrauch mit selbstgesetzten Regeln orientiert. Solche Regeln sollen einen Lebensstil ermöglichen, der niemanden schädigt, sondern Selbständigkeit, Selbstachtung und Lebensfreude ermöglicht.

Was will JES:
JES möchte eine Plattform zur Hilfe zur Selbsthilfe schaffen und (z.B. durch das Frühstücksangebot) Menschen einen Raum bieten, die ähnliche Erfahrungen mit Angehörigen, Freund_innen oder professionellen Helfer_innen machen, ähnliche Schicksale haben und unter Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung leiden. Hier können Erfahrungen ausgetauscht und neue soziale Beziehungen entwickelt und gepflegt werden. JES versteht sich als Netzwerk indem die helfende, unterstützende und stabilisierende Kraft zwischenmenschlicher Beziehungen zum Tragen kommt.

Gefördert durch:                                                                                                                           Mitglied in: